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Dietrich von Heyden–Linden

Dietrich von Heiden-Linden, Fotografie

Dietrich von Heiden-Linden, Fotografie

Dietrich von Heyden-Linden wurde als Nachkömmling 1898 in Gehmkow im Kreis Demmin geboren. Er liebte das heimatliche Gehmkow, seine Ruhe und Beschaulichkeit. Georg, sein ältester Bruder, heiratete im Juli 1914 Margot von Maltzahn aus Ganschendorf und übernahm als Erbe das Gut Gehmkow. Die Mutter Carola zog mit ihren Kindern Dietrich und Ilse nach Demmin in ein kleines Haus am Mühlenteich.

Dietrichs Liebe und Interesse galt früh den Naturwissenschaften. Er machte in Demmin sein Abitur und studierte wohl als erster der Familie von Heyden-Linden Physik. Zusammen mit einem Studienfreund machte sich Dietrich 1926 selbständig – beide wollten Radio-Apparate bauen. Die Wirtschaftskrise jedoch machte diesem Unternehmen bald ein Ende. Nach seiner Heirat im Jahre 1928 mit Hildegard Strehlow, der Tochter des Direktors des Demminer Lyzeums, betrieb er in den 1930er Jahren ein Radio-Fachgeschäft. Dieses lief nicht besonders und erst nachdem er einige wichtige Erfindungen patentieren ließ, ging es der Familie etwas besser.

Dietrich wohnte lebenslang im Haus am Mühlenteich, das ihm nach dem Tod der Mutter 1942 zugefallen war. Wichtig für ihn wurde die Entwicklung eines Simulators zur Schulung von Piloten. Diese lernten dank des Simulators ihre Maschinen zu steuern, ohne das ein Fehler den Absturz von Mensch und Maschine zur Folge gehabt hätte. Die Luftwaffe führte das Gerät ein und stellte Dietrich von Heyden-Linden bis 1945 als Fluglehrer und Berater für Pilotenausbildung im Luftwaffen-Ministerium in Berlin ein.

1948 nahm sich seine Frau Hildegard in einer Depression das Leben. Sie befürchtete, Dietrich würde eines Tages als Wissenschaftler in die Sowjet-Union entführt werden. Ein Jahr später starb seine Schwester Ilse. 1956 heiratete Dietrich ein zweites Mal. Seine Frau Ulla Bormann, ebenfalls eine Demminerin, half dem 58-Jährigen auf dem Weg zu einem Neuanfang. Dietrich bekam einen Auftrag von der Akademie der Wissenschaften in Berlin. Anschließend wurde er von dem Auftraggeber als wissenschaftlicher Arbeitsleiter der Akademie angestellt. Da er in Demmin bleiben wollte, wurde eigens für ihn eine Außenstelle eingerichtet und einige Räume in seinem Haus als Labor- und Werkstatträume umfunktioniert. Damit ging letztendlich ein großer Wunsch für Dietrich in Erfüllung. Bis über das 80. Lebensjahr hinaus lebte und arbeitete er als der einzige anerkannte Privatwissenschaftler in der DDR in seinem eigenen Haus.

Dietrich starb am 25. August 1986. Sein Nachlass und zum Teil auch der seiner Schwester, der Malerin Ilse von Heyden-Linden, wurde in alle Winde zerstreut und das Haus am Mühlenteich in Demmin zerfällt mehr und mehr.



Werkstatt mit Drehbank, Foto

Teil der Werkstatt mit einer Drehbank für Fußbetrieb. Hauptsächlich wurden hier Federn gewickelt.



Ansicht der Werkstatt, Foto

Die Drehbank aus dem ehemaligen Bezirkslager der Wehrmacht wurde von Dietrich 1945 abmontiert und im Haus am Mühlenteich wieder zusammengesetzt.



Laborteil für mikroskopische Untersuchungen, Foto

Laborteil für mikroskopische Untersuchungen.



Versuchsreihen in den Räumen des Heydenschen Hauses am Mühlenteich, Foto

Versuchsreihen in den Räumen des Heydenschen Hauses am Mühlenteich.



Hauses am Mühlenteich, Foto

Das Haus am Mühlenteich nach der Renovierung in den 1970er Jahren.