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Demmin - Hansestadt in Vorpommern

Die Sage erzählt, dass einst zwei Prinzessinnen die Burg "Haus Demmin" erbauten und sich gegenseitig gelobten: "Dat Hus is din und min". Daraus soll der Name der Burg entstanden sein, und davon hat die nahe dabei entstandene Stadt den Namen Demmin erhalten.

Haus Demmin, Federzeichnung Es ist das Geschick vieler pommerscher Städte, dass man über den Zeitpunkt ihrer Beleihung mit dem Stadtrecht keine sicheren Nachrichten besitzt. In einer Urkunde vom Jahre 1235 wird als Zeuge der Kastellan Nizul auf dem "Castelanus in Dimin" genannt. Geeinigt haben sich dann die Chronisten auf das Jahr 1249, als dem Jahr der Verleihung mit dem lübischen Stadtrecht. Demmin, die Stadt im norddeutschen Tiefland, liegt an der Bahnstrecke Berlin- Stralsund. Sie erhebt sich 12 Meter über NN und kennt über zehn Schreibweisen ihres Namens. Sie liegt an der Mündung der Tollense und der Trebel in die Peene, die wiederum in die Ostsee fließt. Fragt man Demminer außerhalb ihrer Heimat nach der Lage der Stadt, antworten sie mitunter schmunzelnd: Im Dreistromland. Sie war eine der ersten Hansestädte und hatte auf einer Karte aus dem Jahre 1618 27 Türme und Tore. Demmin war auch die Residenzburg der Pommernherzöge seit 1182 auf der Burg, die von Papst Innocenz II. unter den Schutz des Bistums gestellt wurde. Sie war die erste Stadt Pommerns mit einer freiwilligen Feuerwehr, sie war die Stadt mit dem 9. Ulanen Regiment und sie ist meine Heimatstadt.

Seit dem Jahre 1283 war Demmin Mitglied des Hansebundes. Unter anderem gelobten sich alle jene Mitgliedsstädte Beistand bei Schädigungen durch Kriege. Gerade dieser Aspekt muß auch für das im Grenzgebiet von Rügen und Mecklenburg liegende Demmin von großer Tragweite gewesen sein. Die Stadt nahm mit ihren Schiffen am Handel der Städte im gesamten Ostseeraum teil. An der Peene entstanden die so typischen Speichergebäude, die man in allen Hansestädten findet. Drei Speicher aus nahezu drei Jahrhunderten vereinigt das Ensemble am Hafen der Stadt. Der älteste, "Lübecker Speicher" genannt, erinnert an die alte Hansezeit und die damalige Freundschaft mit Lübeck. Auf dem "Meyenkrebs" nahe der Stadt, befand sich die Schiffsbaustelle Demmins, wo Kaufleute aus Greifswald und Stralsund bauen ließen. Hier entstanden hölzerne Segelschiffe, die auf dem Fluss den Weg zur Ostsee antraten.

Blick auf die Kirche vom Marktplatz, FederzeichnungMan kann aus allen Richtungen nach Demmin kommen, man sieht sie schon von weitem, die St. Bartholomaei Kirche. Neben dem alten Kuhtor, heute Luisentor, überragt sie mit ihrem massiven Schiff und dem hohen schlanken Turm das Bild der Stadt. Beide Gebäude bilden noch heute die Wahrzeichen der Stadt. Die erste Kirche entstand in der Epoche des Übergangs vom romanischen zum gotischen Baustil. Ihren schlanken, bis zur Spitze aus gebrannten Steinen gemauerten Turm bekam sie aber erst um 1860. Mit einer Höhe von 92,2 m ist der filigrane Kirchturm eine bauliche Meisterleistung. Die gesamte Kirche wird zurecht als eine der schönsten Pommerns bezeichnet.

Von den einst vier Toren der Stadt, die noch im 15. Jahrhundert bestanden, hat allein das Luisentor den Jahrhunderten getrotzt. Mit seinen blendenverzierten Staffelgiebel und dem Satteldach ist es heute ein Hauptzeuge trutziger Wehrhaftigkeit vergangener Zeiten. Ursprünglich mit einem hölzernen Umgang diente es auch als Stadtgefängnis. Der in Kriegszeiten oft beschädigte Pulverturm trägt den Namen sicher zu Unrecht, denn hier das Schießpulver zu lagern wäre arg gefährlich gewesen. Stadtmauer, Pulverturm und Luisentor bilden auch heute noch eine Einheit aus dem Mittelalter der Stadt.

Luisentor, FederzeichnungWie in vielen anderen Städten so gab es auch in Demmin Straßennamen nach Handwerkern und Berufen. In der Trägerstraße wohnten die Lastenträger. Sie arbeiteten zwischen dem Hafen und den Speichern. Die Baustraße war die Straße der Bauern oder Ackerbürger, wie sie noch bis in dieses Jahrhundert hießen. Die Wollweberstraße beherbergte die Zunft der Woll- und Leinenweber und die Pferdestraße war Heimat der Fuhrwerke und Gespanne. Eine Straße aber hieß "Schneller Lauf". Es war eigentlich nur eine kleine Verbindungsstraße, aber auch dieser Name hatte seinen Grund. Hier wohnte früher einmal der Scharfrichter der Stadt.

Um 1900 gibt es in Demmin zwei Kalköfen, drei Metallgießereien, eine Zuckerfabrik, zwei Seifensiedereien, zwei Gerbereien, zwei Brauereien, eine Brennerei, zwei Molkereien, eine Gasanstalt und eine Wasserleitung. Man war stolz auf das Erreichte und so konnte man auch in einem Reiseführer der Stadt lesen: "Die Stadt bietet nun das freundliche Bild eines aufstrebenden Gemeinwesens dar. Ihre Hauptstraßen und der Markt sind schon zum großen Teil mit schwedischen Kopfsteinen gepflastert; die Bürgersteige, fast in allen Straßen angelegt, erscheinen wohlgepflegt. Mancher Schmuckplatz entstand zur Verschönerung der Stadt und ihrer Umgebung. Die fast 1 289 ha großen Stadtwaldungen mit gepflegten Wegen laden schattenspendend Einheimische und Fremde ein, sich dem Laubdach der Buchen und Eichen zu ergehen und den würzigen Duft der Nadelhölzer einzuatmen..."