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Die Malerin Ilse von Heyden-Linden


Es ist ein hartes Los, das Künstlerleben. Das musste auch Ilse von Heyden-Linden erfahren. Sie wurde am 15. April 1883 auf Gut Phillipshof bei Altentreptow geboren. Als zweites von sechs Kindern wuchs sie in einer konservativen Familie auf, in der Frauen die traditionelle Rolle als Hausfrau und Mutter erfüllten. Bereits als Elfjährige begann Ilse zu zeichnen - alte Bäume, den kleinen Bach und die sanften Hügel in ihrer Umgebung. Kindlich muten auch die Bezeichnungen ihrer frühen Bleistiftzeichnungen an: "Unsere Linden" oder auch "Unsere Linde mit Steinbank". Mit 15 begann sie, mit deckenden Wasserfarben zu malen. Und sie verließ - und das ist recht ungewöhnlich für eine Tochter aus adligem Hause um 1900 - ihre Heimat und zog nach Berlin zu ihrer Tante Ottonie von Braunschweig. Hier begann sie ein Studium an der renommierten Mal- und Zeichenschule des Vereins der Künstlerinnen und Kunstfreundinnen zu Berlin. Es gab für sie keine andere Alternative als die Ausbildung an dieser staatlich subventionierten Lehranstalt, denn Frauen wurden bis zum Jahre 1914 grundsätzlich nicht an den Akademien zugelassen. In diesem Verein war sie Mitglied von 1906 bis 1940. Und immer wieder zog sie sich alljährlich zu langen Aufenthalten auf das elterliche Gut zurück.

Im November 1908 ging Ilse von Heyden-Linden mit ihren Arbeiten erstmals an die Öffentlichkeit und erhielt einen dritten Preis zum Thema "Landschaften in Ölfarben", zwei Jahre später sogar einen zweiten zum Thema "Schwarz-Weiß". Sehr viel Aufmerksamkeit erreichte sie jedoch im Jahre 1911, als sie mit dem Motiv der Gehmkower Diele in der Kunstausstellung in Berlin teilnahm. Kurz darauf reiste die junge Frau nach Paris, der heimlichen Hauptstadt der Malerei, und blieb dort bis zum Jahre 1912. Während des Ersten Weltkrieges arbeitete sie dann als Johanniterschwester in Pommern und Belgien. Die wenigen Zeichnungen aus dieser Zeit zeigen sehr deutlich die Auseinandersetzung der Künstlerin mit dem Thema Krieg. In diesen Jahren sah sich Ilse von Heyden-Linden selber wohl eher als Krankenschwester denn als Malerin. Nach dem Krieg kehrte sie wieder nach Berlin zu ihrer Tante zurück und lebte bei ihr bis zu deren Tod im Jahre 1929.

Finanzielle Gründe zwangen die Künstlerin dann, die Stadt, wo sie Anerkennung erfahren hatte, endgültig den Rücken zu kehren. Sie zog in das Haus am Mühlenteich in Demmin. Hier arbeitete sie wieder als Malerin und beteiligte sich regelmäßig an Ausstellungen des Pommerschen Künstlerbundes in Stettin. Gleichzeitig nahm sie eine Tätigkeit als Hausdame in einem evangelischen Predigerseminar in Naumburg (Schlesien) an. Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete sie von 1939 bis 1942 als Oberschwester im Reservelazarett Lubmin bei Greifswald. Das Kriegsende erlebte Ilse von Heyden-Linden in Demmin. Nach 1945 malte sie kaum noch. Sie hatte eine langwierige Augenkrankheit und war zudem schwer herzleidend. Am 3. September 1949 starb sie in Demmin. Leider ist ihr Nachlass, abgesehen von einigen Gemälden im Kreisheimatmuseum Demmin und in der Stiftung Pommern, heute in Privatbesitz und damit kaum zugänglich.



Portrait, 1908 Heilgeistkirche zu Demmin, 1926

Ilse von Heyden-Linden,
"Portrait", 1908

Ilse von Heyden-Linden,
"Heilgeistkirche zu Demmin", 1926